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Argentinien

Menschen am Sonntag (in B.A.)

Der Sonntag ist ja der Tag an dem sich der emsige Porteño, so die Selbstbezeichnung der Buenosairiander, dem Müssiggang hingibt. Der Rest der Woche ist vermutlich anstrengend genug, all die ganzen Tanzveranstaltungen, schicken und nicht so schicken Restaurants, Bars und Boulevards die rund um die Uhr bevölkert werden müssen. (Heute ist übrigens Streik der öffentlichen Bediensteten. Keine Busse, keine UBahn, keine Müllabfuhr, in einer Stadt mit 12 Millionen Menschen. Erstaunlicherweise merkt man kaum etwas davon. Ausser dass halt Müll rumliegt und man kein Taxi bekommt.). Am Sonntag aber wird geruht oder flaniert (da läuft der Porteño dann noch langsamer als er es eh schon tut) Besonders gern in den diversen Parks der Stadt oder auf Feria – einer Mischung aus Trödel- und Jahrmarkt. Und um Punkt fünf, keinesfalls früher, wird Kuchen gegessen. In den Parks tauchen plötzlich Scharen mobiler Backwarenverkäufer und auf der Feria gibt es endlose Schlangen an Ständen die Minuten vorher menschenleer waren.

 

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…währenddessen in Buenos Aires.

Und damit es hier auch mal wieder ein paar aktuelle Bilder zu sehen gibt, anbei eine Galerie aus Buenos Aires, die  Stadt in der ich inzwischen seit zwei Wochen bin und die mich sehr begeistert. Tagüber gehe ich in die Sprachschule und mühe mich  etwas Spanisch zu lernen. Anschliessend laufe ich ein paar Stunden durch die Stadt und staune. Über die Großzügigkeit der Strassen, die eleganten Wohnhäuser, den Rhythmus der Stadt der ganz eigen ist, tagüber eher eher ruhig – eilig scheint es hier niemand zu haben – dafür Nachts um so pulsierender, ich habe das Gefühl dass dies die Stadt ist die tatsächlich niemals schläft.

 

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Bolivia III Salar de Uyuni

Eigentlich sollte es nach Boliven ja nach Chile gehen. Gings auch erstmal. Von La Paz nach Cochabamba, tief im Dschungel und von dort zunächst nach Iquique in Chile. Angekündigt waren 12 Stunden Fahrt, gedauert hat sie letztendlich 19 Stunden, davon hat allein der Grenzübertritt sechs Stunden gedauert. Ein wirklich sensationell beeindruckendes System von Ineffizienz gepaart mit Faulheit und Desinteresse. Immerhin, am Ende war ich am Meer. Wellenrauschen, Sandstrand, baden gehen. Autofahrer die blinken und an Zebrastreifen anhalten. Und ein prima Schawarma-Imbiss. Aber ich muss weiter, ich bekomme Besuch aus Berlin und der landet in Calama, einer so langweiligen Stadt dass alle Touristen, die hier ankommen, das gleiche machen wie wir auch. Sie setzen sich direkt am Flughafen in ein Shuttle nach San Pedro de Atacama. Der Ort, der die Wüste im Namen trägt und von wo Ausflüge und Touren und Expeditionen dorthin starten, liegt auf gut 2.500m und eignet sich gut als Zwischenstopp um sich ein wenig der Höhe anzupassen. Denn anschliessend fahren wir für vier Tage (zurück) nach Bolivien, in die Salar de Uyuni, die grösste Salzpfanne der Erde und den Nationalpark Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa. Hier geht es bis auf knapp 5.000m – Höhen die einem ungeübt ganz schön zu schaffen machen können.

Wir haben eine Tour gebucht, morgens um acht gehts los, Transfer zur Grenze, eine Bretterbude auf dem Berg, dann Aufteilung auf Geländewagen, wir teilen unseren die nächsten Tage mit drei lustigen Chilenen von denen zwei stumm sind und der Dritte etwas deutsch spricht und uns freundlicherweise die interessanten und detaillierten Ausführungen unseres Fahrers zur Flora und Fauna sowie geologischen Besonderheiten der absurd schönen Landschaften die wir durchqueren. Die sind so großartig dass jeder Versuch einer Beschreibung lächerlich wäre. Wir sehen Wüsten, Felsformationen, Lagunen, Berge und haufenweise Viehzeugs: Lamas, Vicunias und natürlich James. James den Flamingo und alle seine Freunde und Verwandten die lustigerweise auch alle James heissen.

Am Ende der Tour landen wir in Uyuni, einem Kaff in der Wüste und erleben dort noch einen kleinen Umzug des bolivianischen Karnevals, der natürlich bunt und laut ist und dessen Lustigkeit sich hauptsächlich daraus speist dass alle Menschen sich gegenseitig mit enorm großen Wasserpistolen nasspritzen und anschliessend mit Rasierschaum aus Dosen garnieren.

Insgesamt eine war es eine großartige Tour bei der alles so war wie wir es erhofft haben. Wenn man diverse Reiseführer und einschlägige Travelseiten im Internet durchschaut, findet man haufenweise gruselige Geschichten über misslungene Touren, kaputte Autos mitten in der Wüste, betrunkene Fahrer, miese, versiffte Unterkünfte und wegen unzureichender Verpflegung am Ende der Tour halbverhungerte Reisende. Zugegeben, man wird nicht gerade gemästet aber es war immer gut gekocht und lecker, die Unterkünfte in denen serviert wurde waren einfach aber sauber. Einmal gabs sogar eine Dusche. Das Auto machte einen solide gewarteten Eindruck und der Fahrer war nicht nur unterhaltsam sondern auch verantwortungsbewusst und besonnen. Unser Veranstalter hiess Atacama Mistica, scheinbar einer der grösseren im Ort.

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Bolivia II La Paz

Die Cholitas alleine sind zwar schon ein guter Grund um nach La Paz zu reisen aber die Stadt ist auch darüber hinaus eine überraschend aufregende (Wenn man mal ausser acht lässt dass südamerikanische Städte für westliche Reisende allgemein recht aufregend sind. Wenn man sich aber erstmal dran gewöhnt hat, gibts solche und solche.).

Die Stadt ist voll, laut, stinkt ein bisschen, ist unübersichtlich und sich darin zu bewegen ist anstrengend und unbequem. Das Stadtgebiet verteilt sich über mehrere Täler und die dazugehörigen Hänge, die Höhe variiert zwischen 3.300m und 4.100m. Je tiefer man kommt, desto milder wird es. In diesen Ecken wohnen dann auch „die Reichen“, haben die grösseren Firmen ihren Sitz und ist es auch ein bisschen langweilig weil hier kaum jemand auf den Strassen unterwegs ist, man fährt ja Auto. Bis Mitte letzten Jahres muss es auch sehr mühselig gewesen sein, von einem Ende der Stadt zum anderen zu kommen, die Wege lang, die Strassen verstopft und steil, die öffentlichen Busse sind museumsreife Riesenstinker aus den Fünfzigern (wie zum Hohn steht auf jedem Bus „Pünktlichkeit, Sicherheit, Bequemlichkeit“), daneben gibt es noch die übliche Auswahl an Collectivos, Micros, Taxis. Und dendiedas Teleferico. Neben Unternehmen verstaatlichen und USA verteufeln das Lieblingsprojekt des allseits geliebten Präsidenten, Genosse Evo Morales. Ich vermute er hat diese Stadtseilbahn persönlich geplant und Hand angelegt, anders ist nicht zu erklären warum er überall sein Gesicht hat draufkleben lassen. Gebaut wurde die Anlage von einer österreichischen Firma.

Es gibt drei Linien (acht sollen es nach dem weisen Willen des ewi.. äh Präsidenten mal werden), ähnlich wie Skiliften zieht sich eine Reihe von Masten durch die Landschaft und verbindet mit Gondeln für jeweils acht Personen verschiedene Teile der Stadt sowie der viel höher gelegenen Stadt El Alto (sowas wie dem bösen Zwilling von La Paz, der deutlich schneller wächst und vermutlich bald deutlich grösser sein wird) miteinander. Es ist ziemlich billig, schnell, noch sauber, ruhig (an vermutlich keinem anderen Ort in La Paz hört man tagsüber so wenig Stadtlärm wie in der Kabine) und die Aussicht ist sensationell. Trotz der vielen Vorteile nutzen erstaunlich wenige Menschen dieses Verkehrsmittel. Ein Großteil der Kabinen gondelt selten mit mehr als drei oder vier Passagieren durch die Gegend, insbesondere abends sind die Hälfte davon Pärchen auf einem schnellen, billigen Romantiktrip.

Und wenn man dann ein bis zwei Tage lang Teleferico gefahren ist, gibt es auch am Boden noch eine Menge interessante Sachen zu sehen. Ein paar alte Kirchen wo man aus Opportunitätsgründen beide Augen zugedrückt hat und Gestaltungselemente zugelassen hat für die die Künstler in Europa mindestens exkommuniziert worden wären. Der Hexenmarkt, wo man sich von so ziemlich allem heilen lassen kann, wenn man bereit ist die Tränke, deren Hauptzutaten Schneckenschleim und getrocknete Lamaföten sind, zu schlucken. Es gibt aber auch wesentlich leckere Sachen in der Stadt, überall auf den Strassen werden Kleinigkeiten verkauft, meist fettig, meist gut gewürzt. Super sind z.B. ca. kindskopfgrosse mit Fleischirgendwas gefüllte und fritierte Kartoffelpüreekugeln. Ausserdem gibt es in La Paz die besten Fruchtsäfte der Welt. Sensationelle Kombinationen, riesige Eimer voll für lächerlich wenig Geld. Noch nie war ich so mit Vitaminen aufgeladen wie hier.

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Bolivia I: La Cholitas

Dieser Artikel könnte auch unter der Rubrik „Dinge zum ersten Mal tun“ stehen, denn mit dem Besuch der hier beschriebenen Veranstaltung hat sich ein langgehegter Wunsch erfüllt. Eigentlich einer Gründe warum ich seit einigen Jahren gern mal hier hin wollte. Das ganze heisst Lucha Libre und ist die ursprünglich aus Mexico stammende Variante des Wrestlings in denen die Kämpfer maskiert gegeneinander kämpfen. Die bolivianische Besonderheit ist, dass auch Frauen, die Cholitas, gegeneinander kämpfen und dabei in die traditionelle farbenfrohe Tracht aus mehrlagigen Röcken gewandet sind, dazu haben sie dicke geflochtene Zöpfe und natürlich ihren Bowler-Hut, ohne den verlässt ja kaum eine bolivianische Frau das Haus.

Das Ganze findet Sonntag nachmittag in einer Mehrzweckhalle in El Alto, einer an La Paz angrenzenden Stadt von eher nicht so hoher Lebensqualität. Touristen wird auch inständig davon abgeraten, hier allein und erst recht nach Einbruch der Dunkelheit herumzulaufen. Warum auch immer.
Die Einheimischen zahlen so 1-2 Dollar Eintritt, die Touristen ca. 10, bekommen dafür aber auch noch ein paar Postkarten und eine Tüte Popcorn. Und sitzen direkt am Ring, da wo beim Boxen immer Martin Semmelrogge, Neger-Kalle und Helene Fischer sitzen.

Es beginnt mit einer Mariachi-Band, großen Ansagen, Nationalhymne und der Vorstellung der Kämpferinnen und Kämpfer. Es beginnen jüngere, eher unerfahrene Kämpfer, es hat zunächst ein bisschen die Anmutung von Rummelboxen aber schon die zweite Paarung ist deutlich spannender, rasanter und auch brutaler.
Im Verlauf der dreieinhalb Stunden steigert sich die Intensität und besonders die Frauen zeigen spektakuläre Kämpfe die immer öfter auch ausserhalb des Rings ausgetragen werden und sehr dicht ans Publikum gehen. Die Stimmung kocht, die Zuschauer feuern ihre Favoriten/innen natürlich lautstark an und muss sich vorsehen nicht von zersplitternden Obstkisten, über Köpfen berstenden Leuchtstoffröhren, Aluleitern und herumspritzenden Flüssigkeiten (Cola und Blut) getroffen zu werden.
Irgendwann hat dann irgendjemand gewonnen, warum ist nicht immer ganz klar, gefeiert werden sowieso Sieger und Verlierer.

Jill_icke_cholita

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Der Flug des (Jonas über den) Kondor.

Es würde sich zwar lohnen, nur wegen des Machu Picchu nach Peru zu reisen aber es gibt dort auch noch andere Großartigkeiten. Die Nasca-Linien zum Beispiel. Unweit der gleichnamigen Stadt. Und weil mein zweiter Vorname nicht Routenplanung lautet, bin ich von Cusco den langen und nicht sehr beschwerlichen Weg mit Nachtbus 14 Stunden zurück an die Küste gefahren. Dort kam ich morgens um neun an, war wenig später in meinem Hotel, dessen freundlicher und geschäftstüchtiger Besitzer genau fünf Minuten brauchte um mir einen Flug zu einem prima Preis (80 USD) am gleichen Vormittag über die Linien zu organisieren. Frischmachen. Kaum Zeit mich noch einmal mit Erich von Dänikens Theorien zu der ganzen Geschichte zu befassen. Pickup. Ab zum Flughafen. Emsiges Treiben, Starts und Landungen im Minutentakt, eine Frequenz wie in Tegel, nur dass die Maschinen alle nicht mehr als 8 Sitze haben. Auch der Sicherheitscheck ist wie in echt, es wird diskutiert ob ich den Imbusschlüssel aus meiner Fototasche mitnehmen darf (Gut, vermutlich kann man in einer Cessna mit einem Imbuss mehr anrichten als in einem Airbus). Ich darf und es geht los mit der Erklärung der Maschine und der Verteilung der Sitzplätze. Mit mir fliegen vier aufgeregte Koreaner. Insgesamt sind wir fünf Passagiere und zwei Piloten. Der Start ist schnell und steil, nach  wenigen Minuten sind die ersten in den Fels gekratzen Linien erreicht, das Flugzeug fliegt eine große Schleife und neigt sich zu jeder Seite gute 45 Grad, das sind die Momente wo man fühlt, wie das ganze Gekröse in einem von einer Seite zur andere schlingert. Tüten liegen bereit aber ich hab mir geschworen, nicht vor den Koreanerinnen zu kotzen und die halten sich tapfer. Nach der dritten Figur (Der Kolibri!) weiss ich dann auch worauf ich zu achten habe und bilde mir ein fortan etwas zu erkennen. Ich sehe sogar Figuren die gar nicht angesagt werden.
Der Flug dauert 40 Minuten und mein Magen und ich sind sehr froh als wir gelandet und ausgerollt sind. Wir bekommen eine Urkunde dass wir nun zertifizierte Nasca-Flieger sind. Ich bin sehr stolz und winke den Wartenden zu.

Den Rest meiner Zeit in der ansonsten eher unspannenden Stadt verbringe ich in meinem hübschen Hotel mit Sachen sortieren und nichts tun. Es wartet die nächste Nachtbusfahrt nach Arequipa auf mich. Dort war ich habe ich lustige Zufallsbekanntschaften gemacht, wurde zum Essen eingeladen und war nicht im Colca Canyon und werde von daher auch nicht darüber schreiben.

 

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[ˌmɑtʃu ˈpiktʃu]

Wer A sagt, muss auch B sagen, wer nach Peru reist, hat eigentlich zwangsläufig auch Machu Picchu im Programm, die alte, sagenumwobene Stadt der Inka, hoch oben in den Bergen. Wer das komplette Programm will, erarbeitet sich den Besuch mit einer vier- bis sechstägigen Wanderung auf dem Inka-Trail. Kostet so 400 – 600 Dollar und beinhaltet Verpflegung und Unterkünfte und Träger die den ganzen Kram über die Berge schleppen weil die Touristen ja mit sich selber schon genug zu tun haben, es geht über drei Pässe von je ca. 4.000m Höhe.

Weil aber grad Regenzeit ist und die Touren mehrmonatige Anmeldefristen haben und ich natürlich nicht so weit im voraus geplant habe, fällt diese Option schon mal flach.

Nach zwei Abenden Recherche finde ich erstens ein lustiges Hostel in Cusco, der Machu Picchu nächstgelegenen grösseren Stadt mit sehr beeindruckender kolonialer Architektur und über dieses Hostel auch eine Tour, die in meine Zeit-/Finanz- und Lustplanung passt. Vier Tage, drei Nächte, ein bisschen Spaß für junge abenteuerlustige Menschen, ein bisschen Wandern und am Ende der Aufstieg zum Berg. Alles inklusive für freundliche 250 Dollar.

Die Gruppe besteht aus zwölf Menschen, natürlich total international. Es geht los am frühen Morgen, der erste Programmpunkt heisst Fahrradfahren. Und zwar bergab, 55 Kilometer auf kurvigsten Strassen, von ca. 4.500m auf 2000m. Wir bekommen mittelmässig gewartete Mountainbikes und mehrere Lagen Schutzkleidung. Und einen Helm. Die Strasse ist gut, es wird ganz schön schnell, rechts oder links, je nach letzter Kurve, führt der Blick tief die Abhänge herunter. Hin und wieder überholt ein Auto oder ein Bus oder ein Vierzigtonner. Freundlich hupen tun alle. Irgendwann fängt es sogar an richtig Spass zu machen, besonders in den Kurven die in der Regel von Schmelzwasser überflutet sind. Hier heisst es Beine hoch und durch. Zum Glück trocknet der Fahrtwind die nassen Hosen ziemlich schnell. Ziemlich schnell und etwas überraschend ist dann auch die Tour nach gut 40 Kilometern zuende, Es gab einen Erdrutsch, die Strasse ist mit einem riesigen Berg Erde verschüttet, der Stau kilometerlang, es gibt kein vor und zurück. Wir laden die Räder auf das Begleitfahrzeug und richten uns auf eine umbestimmte Wartezeit ein. Die ziemlich genau eine Stunde dauert. In Windeseile kommen große Bagger angerückt, die anscheinend vorsichtshalber alle paar Kilometer geparkt sind. Es kommt auch kein Statiker vom Strassenbauamt, der absperrt und längere Untersuchungen anstrengt. Nee. Es wird geräumt, der Pöbel applaudiert und kaum ist eine Spur frei, wird der Verkehr freigegeben. Hat ja schliesslich lang genug gedauert.

Wir beginnen mit dem zweiten Programmpunkt und der heisst laufen. Oder wandern. Es geht bergauf, auf schmalen Pfaden durch den Dschungel, nicht lange, denn die Höhe macht uns Flachländern ziemlich zu schaffen. Das Tagesziel ist der Hof einer Bergbauernfamilie. Es ist großartig. Wir bekommen fantastisches Essen, es gibt kaltes Bier und kalte Duschen, der Bauer spielt traditionelle Weisen auf der Gitarre für uns und ansonsten ist nur der Dschungel zu hören. Und der ist ziemlich laut. Stört uns aber nicht, wir schlafen ja.

Am nächsten Morgen bekommen wir noch einen kleinen Vortrag über dass was die Familie hier so anbaut, unter anderem Kakao und Kaffeebohnen.

Anschliessend geht es weiter, auf dem Inkatrail, weiter bergauf, bergab, der Weg ist selten breiter als ein oder zwei Meter. In der Tourbeschreibung für den Tag steht auch der Programmpunkt Cablecar, Seilbahn, dafür sind 5 Soles bereitzuhalten. Die Seilbahn entpuppt sich als ein Stahlseil was über den Fluß gespannt, ca. 300m lang, in 100m Höhe. Daran hängt ein ein mal zwei Meter großes Gestell in das sich zwei Menschen samt Gepäck zwängen um dann von zwei ca. zwölfjährigen Jungs über den Fluß gezogen zu werden. Die Alternative sind diverse Extrakilometer zu laufen. Was natürlich für niemand von uns eine Alternative ist. Nichtmal für mich, denn erstaunlicherweise ist sämliche Höhenpanik vergangener Jahre, samt dazugehöriger Zickereien passé. Ich hab nicht mal erhöhten Puls. Und wenn dann nur von der Höhe an sich. Eigentlich ist es sogar eine ziemlich lustige Angelegenheit und vor lauter Fotografieren komme ich gar nicht dazu aufgeregt zu sein. Die Seilziehjungs haben sich ein kleines Nebengeschäft aufgebaut und verkaufen auch kalte Getränke. Und sie haben Cusqena Negro, eines der leckersten Schwarzbiere die ich je getrunken habe.

Wenig später erreichen wir den Endpunkt der Wanderung, eine Art Freibad, gespeisst aus einer heissen Quelle direkt aus dem Berg. Wir sitzen zwei Stunden im warmen Wasser und fühlen uns ziemlich schnell ziemlich entspannt.

Der Abend endet überraschenderweise in einer Bar/Club/Disco. Der Besitzer scheint überrascht von soviel Kundschaft mitten in der Woche, so dass er erstmal für eine halbe Stunde verschwindet um dann mit seiner Mutti wieder aufzutauchen, die fortan die Bar schmeisst. Es gibt natürlich Pisco Sour und Bier aus Literflaschen…

Den Programmpunkt des nächsten Vormittags heisst Zip-Line. Man hängt sich in ein Gestell und hakt sich an ein Stahlseil und rast dann dergestalt ein paar hundert Meter über eine Schlucht, in der Hoffnung dass das Material ein bisschen besser gepflegt ist als die Mountainbikes am ersten Tag. Der Sinn erschliesst sich mir nicht also klemme ich mir das und spare 30 Dollar.

Am Nachmittag geht es weiter. Vier Stunden in strömendem Regen, auf Bahngleisen entlang Richtung Aguas Calientes, ein Bergdorf, was durch den Machu-Picchu-Tourismus uferlos wuchert, ziemlich hässlich ist und ausschliesslich aus Restaurants, Hotels und Souvenierständen besteht. Mehr braucht es aber wahrscheinlich auch nicht. Wir verbringen den Rest des Tages mit dem verzweifelten Versuch unsere Sachen zu trocknen und gehen früh zu Bett, denn der nächste Tag beginnt früh. Um halb vier. Um vier brechen wir auf und sind fast die ersten an der Ticketkontrollstation vorm Aufstieg zum Machu Picchu. Es regnet ordentlich was aber auch egal ist, die Sachen vom Vortag  waren sowieso noch nicht trocken. Man könnte natürlich auch mit dem Bus hochfahren aber wir wollen die harte Tour. Anderthalb Stunden bergauf auf unregelmässigen Treppen. Um 6.15 Uhr sind wir oben, pünktlich zur Tour. Der erste Blick über die Anlage ist trotz Regen und Nebel atemraubend. Der Guide verbreitet Thesen über die Entstehung an denen Erich von Däniken seine helle Freude hätte. Fundiertes Wissen über die Entstehung und die Funktion oder auch den tatsächlichen Namen der Anlage gibt es nicht, die Inka waren eine Kultur ohne Schrift und ohne Aufzeichnungen.

Irgendwann hört es auf zu regnen, die Wolken verziehen sich und ich stelle mich für eine Weile in die Sonne. Um mich zu trocknen und meine Kamera, die einiges an Feuchtigkeit abbekommen hat. Irgendwann ist alles Kondenswasser verdunstet und ich laufe ein paar Stunden durch die alten Steine, bin sehr beeindruckt kriege zwischendurch gute drei Dutzend mal eine Kamera in die Hand gedrückt, mit der Bitte ein Bild vom glücklichen Paar vor der tollen Kulisse zu schiessen. Mit der Zeit habe ich den Dreh raus, wie die Leute möglichst wenig stören vor den Bergen und den Ruinen.

Am späten Mittag heisst es Abschied nehmen. Ich kaufe eine Cola für sechs Dollar, lache die Busansteher aus und laufe all die Treppen wieder runter, entspanne noch eine Stunde im Hotel, verstaue die stinkenden Sachen luftdicht, freue mich über das frische, trockene T-Shirt und mache mich auf den Weg zurück nach Cusco.

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Busfahren

Nach einer Woche also hab ich es geschafft, aus Lima aufzubrechen. Die Richtung hiess Cusco, die alte Hauptstadt des Inka-Reiches. Das erste Ziel Huancayo, eine Stadt schon ziemlich hoch in den Bergen.

Züge gibt es in Peru nur sehr wenige, das Verkehrsmittel der Wahl ist der Bus. Busse gibt es in sehr unterschiedlichen Qualitätsstufen. Zu Anfang dachte ich mir, fange ich mal ganz oben an. Der Mercedes unter den peruanischen Buslinien heisst Cruz del Sur. Das Firmenmotto lautet Sicherheit, Pünktlichkeit, Bequemlichkeit  und in der Tat werden sie ihrem Anspruch ziemlich gerecht. So wie man hier Bus fährt, würd ich gern mal fliegen. Breite Sitze die man zum schlafen fast waagerecht neigen kann, WiFi, warmes Essen am Platz, serviert vom Busbegleiter, der später dann noch mit den Passagieren eine Runde Bingo über Bordmikro spielt. Gern hätt ich die Fahrt genossen, wäre es nicht bis auf Höhen von 4.600 Metern auf kurvenreichen Strassen in den Anden gegangen. So habe ich mich an meine Kotztüte gekrallt, den Sitz geneigt und mit Herzrasen, Atemnot, Übelkeit und Kopfschmerzen dahingedämmert. So vergehen acht Stunden auch wie im Fluge.

In Huancayo habe ich  zwei Nächte und den Tag verbracht um mich von den Strapazen zu erholen. Dabei Meerschweinchen gegessen (schmeckt wie Hühnchen, ist nur kaum Fleisch dran und wir in der Regel mit Kopf serviert, hier ein Zeichen von Qualität, da der Esser so erkennen kann dass es keine Katze ist. Wurde mir jedenfalls so erzählt), einen Tagesausflug zu den archäologischen Sehenswürdigkeiten der Umgebung gemacht, in einem Kleinbus voller gutsituierter peruanischer Touristen (was es genau zu sehen gab, weiss ich leider nicht weil, die Tour entgegen den Beteuerungen beim Buchen natürlich nicht auf Englisch sondern ausschliesslich auf Spanisch stattfand. War trotzdem lustig und irgendwann konnten die zwei reizenden Töchter der mitfahrenden peruanischen Familie dann doch ein bisschen Englisch und haben mich mit Infos und beim Lunch mit Essensempfehlungen versorgt.

Von Huancayo wollte ich eigentlich mit dem rumpeligen Schmalspurzug weiter nach Huancavelica. Leider fährt der dienstags nicht und so musste ich auf Expreso Molino mit dem Ziel Ayacucho ausweichen. Eine Busgesellschaft, die eher zur Kategorie C gehört (B hab ich bisher noch nicht gefunden). Natürlich keine Klimaanlage, eher enge Standardsitze aber immerhin ein Klo an Bord (auch wenn die Tür nicht schloss). Kurz nach Beginn der Fahrt stellte sich der Busbegleiter, den es auch hier noch gab, in den Gang und fing an zu reden. Ich dachte schon zu früh gefreut Sitznachbar, also du mich ausgelacht hast während ich versuchte, den vermutlich noch nie zuvor benutzten Sitzgurt für mich passend zu machen. Wie sich dann aus Wortfetzen und hochgehaltenen Bildtafel erschloss, hat der Mann keineswegs die Securityfeatures des Busses erläutert sondern eine astreine Verkaufsshow abgezogen. Es ging um Verdauung. Die Bilder waren recht explizit, die Leute beeindruckt und als er dann zum Höhepunkt des Vortrages einen eingeweckten Bandwurm (vielleicht war es auch nur ein langer weisser Schnürsenkel im Glas, so genau konnte ich das nicht erkennen) in die Höhe hielt, gab es unter den Fahrgästen kein Halten mehr und ihm wurden die Packungen mit dem beworbenen Wundermittel aus den Händen gerissen.

Die Fahrt ging dann wieder durch die Berge, diesmal über weitgehend unversiegelte Pisten, über Stock und Stein, durch Schluchten und Täler von beeindruckender Gewaltigkeit. Auf einer Seite des Busses immer ein Abhang, die Strassen so schmal dass immer mal wieder entgegenkommende LKWs ein paar hundert Meter rückwärts fahren mussten bis zu einer Stelle wo man dann aneinander vorbeikam. Wer wann wo vorbei kann, Vorrang hat oder überholen will, wird durch ein sehr diffizieles System von Hupzeichen ausgemacht. Zwischendurch steigt immer mal wieder jemand zu und verkauft leckere Empanadas, Eis, mir unbekanntes Gemüse oder Chicha, eine Art Maisbier, dessen Fermentierung dadurch in Gang gesetzt wird, dass eine alte Frau in den Eimer mit der Maisbrühe rotzt.

In Ayacucho bin ich wiederum zwei Nächte geblieben, bin durch die Stadt spaziert, habe eine lustige kleine Prozession um den Marktplatz herum mitgemacht um anschliessend im besten Haus am Platz einzukehren und hinter Alpaca einen Haken zu machen. Ein sehr schönes Fleisch, dunkel und kräftig, aromatisch und überraschenderweise hier eher als Arme-Leute-Essen bekannt.

Das nächste Etappenziel auf dem Weg nach Cusco hiess eigentlich Andahuaylas, zu bewältigen in einem Minibus mit 16 Passagieren, wobei die zwei Kinder nicht mitzählten weil sie ja keinen Sitzplatz beanspruchten sondern auf dem Schoss der Mutter sassen oder auf dem Boden zwischen Beinen. Unter anderem meinen, was die Sache nicht bequemer machte. Und als das Mädchen dann auch noch anfing, Ommas Rock vollzukotzen, hatte sie zwar mein volles Mitgefühl sowie eine meiner Plastiktüten für die nächste Attacke aber ich war doch froh dass die Fahrt nur gute vier anstatt erwarteter sieben Stunden dauerte. Und dass nicht nur wegen der sehr sportlichen Fahrweise des Fahrers der es wohl als persönliche Beleidigung auffasste wenn jemand vor uns fuhr und einfach immer überall überholt hat. Hauptsächlich Zeit gespart hat die neue asphaltierte Strasse die seit einem halben Jahr die alte Schotterpiste ersetzt. Und so konnte ich einfach den Anschlussbus nach Abancay nehmen, ein Ort weitere vier Stunden im Minibus auf guter Piste.  Das Kotzkind war wieder dabei, diesmal stabil. Leider fuhr Omma mit ihrem vollgekotzten Rock auch mit und so stand die Wahl zwischen erstinken und erfrieren, denn auf 4000m ist es ganz schön frisch.

Abancay ist eine Kleinstadt in den Bergen in der man gut einen Nachmittag und Abend verbringen kann. Und genau an meinem Abend fand auf dem Hauptplatz der Stadt eine Fiesta statt. Vor der Kirche stundenlanges Getrommel und Gefiedel und dazu junge , meist männliche Menschen, die in aufwendigen Masken und Kostümen wilde Tänze aufführen. Das Ganze kulminierte in einem Feuerwerk das stark nach Marke Eigenbau aussah, an großen Holzkonstruktionen befestigt ist und unglaublich laut und hell und spektakulär. Und es stört auch niemand wenn mal ein Stück vom Feuerwerk fehlgeleitet in die Menge schiesst.

Die letzte Etappe nach Cusco beginnt am nächsten Morgen, ein großer Rumpelbus ohne Klo, der aber auf Klopfzeichen anhält, so das alle aussteigen und sich ob Mann oder Frau, bei spektakulärer Aussicht vor, hinter und neben dem Bus erleichtern können. Ich habe mich inzwischen so an Höhe, Geschaukel und spektakuläre Aussichten gewöhnt, dass ich einen Großteil der Fahrt bis Cusco lese.

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Lima

In den letzten Monaten hatte ich nie Schwierigkeiten aufzubrechen, einen Ort zu verlassen, auch wenn er mir noch so gut gefallen hat. Die Vorfreude auf das Kommende hat den Abschied leicht gemacht.

Diesmal war es anders, die Wehmut groß, genauso wie die Ungewissheit was jetzt kommen wird. Ich habs mir selber ausgesucht und ich wollte und will ja auch unbedingt nach Südamerika. Aber trotzdem.

Und dann auch noch der Flug. von Amsterdam via Madrid nach Lima. 18 Stunden. Zuzüglich anderthalb Stunden Verspätung in Madrid. Ausserdem mein sorgfältig ausgesuchter Sitzplatz gecancelt und der halbe Flieger voller Kinder…

Mein Hostel hatte ich zum Ankommen für fünf Tage gebucht, nachdem ich aber am dritten Tag äusserst unangenehme Ohrenschmerzen bekommen habe und einen Tag damit verbracht habe, eine hübsche Klinik mit einem deutschsprachigen HNO-Arzt ausfindig zu machen und ihm einen Besuch abzustatten, hab ich auf sieben Nächte verlängert.  50 Euro die Behandlung, 50 Euro für die Antibiotika. Zum Glück hatte ich da den peruanischen Kochkurs schon absolviert, dessen eine wesentliche Säule die Zubereitung von Pisco Sours in diversen Varianten war. Ein tolles Getränk. Und ein toller Kochkurs, der morgens mit einem Rundgang über den Markt begann und Einblick gab in die Vielfalt des angebotenen Obst und Gemüses (Ich esse ja hier jeden Tag mindestens eine neue Sorte Kartoffeln. Und die Tomaten! Und die Mangos! Und das Zeug dessen Namen ich nicht kenne, was aussieht wie ein Apfel mit Streifen, riecht wie Melone und schmeckt wie eine sehr leckere Birne) und die Marktkultur an sich. Dann wurde gekocht. Ceviche natürlich, Papas de Huanchayo und Lomo de Saltado. Und weil der Kochkurskoch aus der internationalen Spitzengastronomie kommt, alles nicht auf Hausfrauenart sondern ziemlich raffiniert, ausgeschmückt mit Tips und Tricks aus dem Nähkästchen des Profikochs.

Ansonsten ist Lima keine übermässig aufregende Stadt. Gross, ziemlich schmutzig, mit einem für Fremde schwer zu durchschauenden Transportsystem (es gibt von der Stadt betriebene, hoffnungslos überfüllte Expressbusse mit eigenen Fahrspuren und hoffnungslos überfüllte private Buslinien, bei denen aber nie so recht klar ist, wo die langfahren).

Es gibt natürlich viele alte Steine zu sehen, von präinka bis postkolonial, Kirchen, Paläste, den mumifizierten Francisco Pizarro

und ein hübsches Inquisitionsmuseum und es macht auch Spaß ein, zwei Tage durch die Stadt zu spazieren.

Auch der Stadtteil Miraflores, in dem ich gewohnt habe, eins der besseren Viertel, hat ein paar Parks zu bieten in denen abends musiziert und getanzt wird und man gut Zeit vertrödeln, lesen und Leute gucken kann, es gibt ein paar Ruinen und ziemlich viele gute Restaurants und Imbisse. Und ungefähr fünf Sorten Polizei (Stadtpolizei, nationale Polizei, Verkehrspolizei, Touristenpolizei und so eine Art Ordnungsamt). Trotzdem ich mich also so sicher fühlte, wurde es Zeit aufzubrechen und das zu tun wofür ich hergekommen war, nämlich rumfahren!

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Weihnachten am Strand

Verdammt. Bald ist schon wieder Ostern und ich habe immer noch nicht über Weihnachten geschrieben.

Wo genau ich Weihnachten sein wollte, darüber hatte ich lange keinen Plan. Ich wusste nur, er hat folgende Eckpunkte: Strand, Sonne, Hängematte, Schirmchendrinks.
Vor einiger Zeit dann fragten mich meine Freunde Julia und Thomas aus München, ob ich nicht mit ihnen Weihnachten verbringen möchte, sie wären ja in Bangkok. Warum eigentlich nicht, dachte ich mir, schliesslich erzählt mir Julia schon seit Jahren wie unglaublich großartig Bangkok ist.

Und weil ja Weihnachten ist, haben wir ein hübsches Hotel gebucht. Mit einem eigenen Zimmer für mich. Mit eigener Dusche im eigenen Zimmer. Und einem Fernseher. Auch sehr zentral gelegen. Also das Hotel, nicht der Fernseher.

Bangkok ist ja tatsächlich eine ziemlich coole Stadt und so haben wir die nächsten Tage damit verbracht durch die Stadt zu laufen um den Geist von Weihnachten aufzuspüren…. Nein, Spass, wir haben alle zwei Stunden tolle Sachen gegessen, sind durch blitzeblinkende Kaufhäuser gelaufen…also doch irgendwie wie Weihnachten zuhause. Naja, bis auf die stundenlange Massagen für lächerlich wenig Geld, die in Bangkok zum täglichen Pflichtprogramm gehören. Und die Kao San Road, der vermutlich am weitesten von Weihnachten entfernte Ort der Welt an dem wir an Heiligabend Cuba Libres aus Plastikeimerchen getrunken haben.
Etwas näher dran an Weihnachten waren wir dann am 1. Feiertag, wo wir zum Mittag Bei Otto einkehrten, einer soliden deutschen Wirtschaft. Ich hatte eine halbe Ente mit Rotkohl und Klössen. Kein Vergleich mit dem elterlichen Gänsebraten aber unter den gegebenen Umständen vollkommen angemessen.

Und weil zu Thailand natürlich auch Strände, Palmen und Schirmchendrinks gehören, haben wir uns aufgemacht zur schönen Insel Koh Chang, ganz im Süden, unweit der Grenze zu Kambodcha (Kampuchea, wie es in meiner Jugend hiess). Einen halben Tag mit dem Bus durchs Land, mit der Fähre übersetzen, im offenen Pickup, genannt Taxi, einmal über die Insel heizen und schon waren wir da. Im Pajamas Koh Chang, dem großartigsten Hostel in dem ich bisher gewesen bin. Sensationell freundliches und entspanntes Personal, saubere Zimmer. Wie üblich schlafe ich im Schlafsaal, mit den grössten, stabilsten, privatesten Doppelstockbetten. Es gibt einen Pool, das Frühstück ist sensationell, das angeschlossene Restaurant so gut dass es uns schwerfällt, auch mal woanders hinzugehen.

Wir verbringen die drei kurzen Tage mit intensivem Rumhängen, Baden (abwechselnd im Pool und im Meer), machen einen Bootsausflug und ich stelle dabei fest dass Schnorcheln eigentlich doch ganz geil ist. Vielleicht überlege ich mir das mit dem Tauchschein ja doch nochmal.
Jedenfalls, es hat mir beinahe körperliche Schmerzen bereitet, nach dreieinhalb Tagen wieder abreisen zu müssen. Da muss ich auf jeden Fall nochmal hin und empfehle es mit warmen Worten weiter!

Nach einer wie üblich halsbrecherischen Fahrt im Minibus zurück nach Bangkok habe ich die letzte nacht in Asien in einem trostlosen Flughafenhotel verbracht und bin am nächsten Morgen nach Amsterdam geflogen…