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O Seoule mio!

Wir Mitglieder des internationalen Jetsets verbringen die Wochenende ja gern mal in einer anderen Stadt und so bin ich am vergangenen Wochenende fast spontan nach Seoul. Meine Zeit in Tokio war um, das große Gepäck habe ich in der Gepäckaufbewahrung abgegeben und bin in die Stadt geflogen die mich im vergangenen Jahr sehr nachhaltig beeindruckt hat um ein paar sehr nette Menschen zu treffen, ein bisschen durch die Stadt zu laufen und mich mal wieder richtig satt zu essen ohne mich dabei in den finanziellen Ruin zu stürzen.

Hat alles gut geklappt. Es ist ein ziemlich angenehm in eine Stadt zu kommen und das Gefühl zu haben man kennt sich aus, muss nicht fragen um voranzukommen, weiss wo es die guten Sachen zu essen gibt und Leute kennt die sich mit einem verabreden wollen.

Neben Leute treffen und Jajangmyeon essen hatte ich nur noch einen Punkt auf der Liste. Endlich eine Giant Rubberduck sehen. Seit einigen Jahren schickt der holländische Künstler Florentijn Hofman sehr sehr große Gummienten auf Reisen, diese schwimmen dann in Flüssen oder Hafenbecken, zumeist in Asien. Und aktuell in Seoul. Ein bisschen ausserhalb des Zentrums, in einem See. Erwähnte ich dass die Ente sehr sehr groß ist? Sehr. Und gelb. Und beglückend. Man läuft darauf zu, denkt wow, eine große gelbe Gummiente und steht irgendwann davor und hat das Gefühl purer Freude in sich und ist umgeben von Menschen denen es offenbar ähnlich geht.

Fast genauso beglückt fühlte ich mich am nächsten Tag, als ich beim ziellosen Laufen durch die Stadt plötzlich auf einen großen Gebäudekomplex stiess, nämlich das ddp, erbaut von der hochverehrten Zaha Hadid, nach dem phaeno in Wolfsburg, dem maxxi in Rom schon das dritte Gebäude von ihr was ich in diesem Jahr sehen konnte. Eine große, unerwartete Freude.

Es waren sehr intensive drei Tage in Seoul und ich bedauere es fast ein bisschen dass ich nicht doch ein paar Tage mehr dafür eingeplant habe.

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Japan

Tokio Rückblick

Gute zwei Wochen in Tokio sind vorbei und ich bin froh dass ich nicht vier Wochen hier war, wie ursprünglich mal geplant. Tokio ist großartig, einzigartig und sehr sehr aufregend. Aber anstrengend. Ich weiss noch gar nicht genau warum ich das so empfinde, ging mir selten bei einer Stadt so. Es ist alles perfekt organisiert, man findet sich gut zurecht, die Menschen sind freundlich, wenn auch nicht unbedingt sehr zugänglich, jedenfalls mir gegenüber. Oder vielleicht hätte ich doch länger bleiben sollen um zu schauen ob sich etwas verändert. Aber das hätte mich vermutlich ruiniert. Tokio ist teuer. An Tagen wo man nur ein bisschen Bahn fährt, zweimal was einfaches snacken geht, ist man schon locker 30 – 40 Euro los.

Wobei das Geld für essen hier gut investiert ist. Ich hab kein einziges Mal schlecht gegessen. Im Gegenteil, das Essen ist sensationell. Angefangen natürlich beim Sushi, was hier keine Reisklumpen mit bisschen was drin oder drauf ist, sondern im wesentlichen Fisch, sehr sehr guter, frischer Fisch, über Tempura, paniertes und fritiertes Gemüse/Pilze/Fisch, über Kleinigkeiten die der Japaner zum Bier nascht wie Yakitori – marinierte, gegrillte Fleischspiesse, bis hin zu Ramen, die es hier in so unfassbarer Bandbreite gibt, was die Art der Nudeln, Einlagen und Brühenbasis angeht. Könnt ich jeden Tag essen. Hab ich auch. Fast. Oh und ich weiß jetzt wo Sumo-Ringer ihre sportliche Figur herhaben. Sie essen riesige Mengen Chanko, eine Art Eintopf auf Misobasis mit allem was gut ist und Energie hat, Fleisch, Tofu, Kohl, Gemüse. Dazu gibts Reis.
Bei der schier unendlichen Auswahl an Restaurants, in Tokio gibt es angeblich ca. 160.000 gastronomische Betriebe, war mir dieser Blogartikel eine gute Hilfe.

Die Zeit zwischen den Mahlzeiten hab ich mir gut vertrieben, mit diversen hübschen Museen, das Edo-Tokyo-Museum zeigt sehr anschaulich die letzten 200 Jahre Stadtgeschichte, im Bridgestone-Museum werden Werke aus der Sammlung des gleichnamigen Reifenherstellers gezeigt, hauptsächlich europäische und japanische Moderne. Aktuell gibt es eine Sonderausstellung mit Bildern von Willem de Koning.

Oh und ich war im Kino, beim Tokyo International Filmfestival, quasi die Tokyonale. Ein, im Vergleich zur Berlinale, eher kleines Filmfest aber mit einem guten Programm, alle Filme die ich gesehen hab, drei Stück, könnten auch gut auf der Berlinale laufen. Rivers of exploding Durians, Ruined Heart: Another Lovestory between a Criminal & a Whore und Ecotherapy Getaway Holiday hiessen die Filme die ich gesehen habe und besonders bei den letzten beiden würde ich mich freuen wenn man die auch in Deutschland mal sehen könnte. Schade nur dass ich die Gesprächsrunde mit Takeshi Kitano verpasst habe, er hat den Samurai Award 2014 bekommen.

Und sonst noch? Vom Roboter-Restaurant schrieb ich ja schon und vom Fischmarkt. Empfehlen kann ich auch den Besuch eines Onsen-Bades, ich war hier und habe natürlich vorher alle Dinge auswendig gelernt die man beachten muss und war hinterher sehr sauber und sehr entspannt, ich war spät abends dort und hätte auch die ganze Nacht bleiben können, das hat nämlich durchgehend geöffnet, aber ich musste ja zur Thunfischauktion.

Auch wenn man auf den Bildern hier den Eindruck gewinnen könnte, die Frauen in Tokyo liefen alle in traditioneller Bekleidung rum, muss ich das dementieren, die sind nur so sehr fotogen:-). Auch der Eindruck dass es mehr Getränkeautomaten als Menschen gibt, täuscht. Wobei ich mir da nicht zu 100% sicher bin, die Dinger stehen wirklich an jeder Ecke. An jeder.

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Japan

Hoch hinaus.

Ich strebe ja gern ganz nach oben. Jedenfalls so lang es einen Fahrstuhl gibt und die Sicht vielsprechend ist. Höchste Häuser, Fernsehtürme, Aussichtspunkte, ich bin dabei. Heute war ich auf dem Toyko Skytree, mit 634m Höhe das aktuell zweithöchste Gebäude der Welt. Bei klarer Sicht kann man von hier sogar den Mount Fuji sehen. Klare Sicht gabs heut nicht, dafür aber ein Gefühl für die unfassbaren Dimensionen dieser Stadt.

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Tokyo Tsukiji Fishmarket

In keiner Reportage über die Stadt darf sie fehlen, die Thunfischauktion auf dem Tokioter Fischmarkt. Jeden Morgen gegen fünf werden dort große Mengen Thunfische für riesige Summen versteigert, pro Fisch werden da schon mal ein paar hunderttausend Euro fällig. Um so genauer schauen sich die Händler die Ware vorher an, es wird gerochen, geklopft, mit der Taschenlampe durch Fleischproben geleuchtet, ein bisschen genascht. Und man kann dieser Auktion beiwohnen. Morgens um halb sechs. Ab fünf werden die täglich 120 Plätze vergeben. Doof nur dass die Ubahn erst so ab halb sechs fährt. Man muss sich also vorher die Nacht um die Ohren schlagen. Was in Tokyo überhaupt kein Problem ist. Doof nur wenn man um halb fünf ankommt und feststellt, dass die Plätze alle schon vergeben sind weil die Schlauen schon ab halb drei gewartet haben. Der zweite Versuch, ich verbringe den Abend in einem Onsenbad mit intensiver Körperpflege und liege ein paar Stunden in heissem Wasser aus Mineralquellen. Wie es sich gehört mit einem gefalteten Handtuch auf dem Kopf. Dann noch ein paar Stunden durch die nahezu menschenleere Stadt spazieren, ein paar Fotos machen und schon ist es halb drei. Überraschenderweise bin ich nicht der erste und bis halb vier sind mehr als genug Menschen für die heutige Tour da. Wir bekommen gelbe Warnwesten und dürfen noch knappe zwei Stunden etwas beengt in einem Raum warten. Die Mitwartenden sind redselig und unterhaltsam und so vergeht die Zeit schneller als befürchtet. Der Weg über den Markt zur Auktionshalle hat was vom Pekinger Stadtverkehr, auf Fußgänger nehmen die flotten Elektrokarren keine Rücksicht, zumal wenn es sich um nervige Touristen handelt.  Und dann gehts los, eine knappe halbe Stunde lässt man uns zusehen bevor man uns wieder aus der Halle treibt. Warten macht hungrig. Sehen meine neuen Freunde aus der Warteschlange genauso und so gibt es um kurz nach sechs ein solides Sushi-Frühstück, mit dem frischesten Fisch den man sich nur wünschen kann. Und dazu ein kaltes Bier.

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Tokyo Drift

Tokio ist groß. Sehr groß, angeblich die größte Stadt der Welt, einwohnermässig gesehen, ca. 32 Millionen Menschen leben im Großraum. Ich fahre seit Tagen kreuz und quer durch die Stadt, mit Zügen die mal Subway, mal Metro, Japan Railways oder Private Lines heissen. Einen Plan wo alle Linien und alle Verbindungen drauf sind, gibt es scheinbar nicht und so bin ich immer wieder überrascht wenn auf einer Umsteigestation plötzlich eine Linie angezeigt wird die man zwar braucht, die aber laut Plan nicht vorhanden ist. Jedenfalls nicht an der Stelle. Zwischendurch tauche ich auf, laufe durch die Stadt und staune, über die Größe, die Dichte,die Lichter, die Organisiertheit, die Menschen. Ick finds super hier.

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Beijing revisited

Ich war ja in Korea, genau im nördlichen Teil dieses schönen Landes. Da Reisen dorthin immer von Peking aus beginnen, dachte sich meine kleine Reisegesellschaft, wenn wir schon mal da sind, dann bleiben wir hier gleich noch ein paar Tage, erholen uns von der Gehirnwäsche der vergangenen Tage, probieren was die Pekinger Küche so zu bieten hat, besichtigen ein paar Schauplätze aus  „Der letzte Kaiser“ , gucken ob die Mauer wirklich so lang ist und schauen mal wie der Chinese in seiner natürlichen Umgebung so tickt. Da wir noch sehr mit Erinnern und Verarbeiten beschäftigt waren, haben wir das Ganze eher ruhig angehen lassen und mehr als eine Art Zugabe nach dem Motto Buy one, get one free verstanden.

Weiter als Pjöngjang und Peking können zwei Orte vermutlich nicht voneinander entfernt sein, jedenfalls was den Puls der Stadt angeht. Peking ist laut, schmutzig, rast- und uferlos, verstopft. Der Verkehr auf den Strassen ist eine Frechheit, läuft aber erstaunlich flüssig (der einzige Störfaktor sind die Fußgänger).

Wir hatten noch ein paar schöne Tage in einem wirklich netten Hostel, haben alles gegessen was sich uns dargeboten hat (Sichuan Pepper ist mein neues Lieblingsgewürz!), haben gesehen was wir sehen wollten, ein bisschen entspannt und haben auch immer wieder zwischendurch Bestkorea gesprächstherapeutisch aufgearbeitet.

 

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Beijing first impressions