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Dinge zum ersten Mal tun: 4D Kino

Es rumpelt, es wackelt und schaukelt, zischt und qualmt.

Diesmal sitze ich ich nicht in altersschwachen Zug irgendwo im Dschungel sondern in einem gut klimatisierten Hightech-Kino, ausgestattet mit 4DX, quasi einer Erweiterung zum 3D-Kino. Es läuft der dritte Hobbit, der am wenigsten langweilige Teil der Trilogie. Es gibt natürlich Kampfszenen epischen Ausmaßes, allerlei Gegenstände und Viechzeug fliegen rum, manches landet im Wasser.  Alles sieht super aus in IMAX 3D und wird zusätzlich mit den 4DX Effekten verstärkt, manches sehr beeindruckend, wenn z.B. der Sitz den Flugbewegungen folgt und man das Gefühl hat es geht grad wirklich bergab oder das Gerüttel während irgendein Zwerg/Zauberer/Vulkan…äh Elbe auf einem Elch oder Schwein oder auch mal auf einem Pferd reitet. Prima ist es, wenn der Ork von hinten einen Speer durchs Gekröse geschoben bekommt und im Moment wo sich der Stahl ins faulige Orkfleisch bohrt, etwas im Sitz sehr kräftig gegen den eigenen Rücken drückt. Lustig sind auch die Blitze im Saal, die Lichteffekte im Film verstärken und das Wasser was einem ins Gesicht spritzt. Ein bisschen lächerlich sind die Dufteffekte. Angeblich gibt es 1000 verschiedene, ich hab immer nur Klostein und Wunderbaum gerochen. Und ein bisschen nervig ist, dass man die ganze Zeit die Elektromotoren sirren hört, die die Sitze bewegen.

Insgesamt aber eine sehr lustige Erfahrung, die auch nur doppelt soviel wie ein normales Kinoticket gekostet hat.

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Ho ho ho in Singapur

Waaas, Du willst eine Woche nach Singapur, da ist es doch so langweilig, drei Tage reichen vollauf. – das war es was ich vorab verschiedentlich gehört habe.

Singapur ist vermutlich die sauberste Stadt der Welt, mit einem extrem hohen Grad an Organisiertheit. Aller Alltag ist vorausgedacht und jede das Zusammenleben störende Abweichung wird reglementiert. Überall wird man darauf hingewiesen was man darf und was nicht. Praktischerweise ist die entsprechende (Geld)Strafe in saftiger Höhe auch gleich mit abgedruckt.
Kaugummis sind bekanntermassen komplett verboten, die Einfuhr von Zigaretten ebenfalls. Geraucht wird öffentlich nur draussen, in speziell gekennzeichneten Zonen. Sitzen hier, stehen da, keine Durians in der U-Bahn.
Auf die Dauer würde es mir vermutlich ziemlich auf den Geist gehen, nach Sri Lanka fand ich all die Sauberkeit und Geordnetheit sehr angenehm.
Es gibt ein paar Dinge anzuschauen, da es aber durchgehend unfassbar heiss und sonnig ist, hielt sich meine Motivation stundenlang durch die Stadt zu laufen ziemlich in Grenzen. Es gibt beeindruckende moderne Architektur (man hat den Eindruck kein Gebäude wär älter als 10 Jahre und überall wird auch abgerissen und neugebaut), hübsche Parks und ein paar Ausflugsziele auf den vorgelagerten Inseln. Die Zeit vertreibt man sich in Singapur aber am besten mit Shopping und Essen. Shopping ist nicht so meins, also habe ich mich aufs Essen konzentriert. Chinesen, Malayen und Inder sind die größten Bevölkerungsgruppen und alle haben ihre eigenen Viertel, wo es sensationelles Strassenessen zu lächerlichen Preisen gibt (Wobei man vor einigen Jahren im Kontroll- und Hygienewahn alle Essenstände in den Vierteln zusammen in sogenannte hawker stalls gepfercht hat, überdachte Stände wo man Essen kauft und dazwischen sitzen kann.), dazu tolle Restaurants in allen Preisklassen.

Bei meinem Fotoworkshop in Burma kam ja ein Großteil der Teilnehmer aus Singapur und so hatte ich für meine Zeit schon diverse Verabredungen zum Ausgehen, Fotowalken, Ausstellungseröffnungen auch zur Weihnachtsfeier des Workshopveranstalters. Die leider einen Tag zu spät stattfand. Zunächst. Erfreulicherweise konnte ich meinem Flug um einen Tag verschieben und konnte mir die volle internationale Weihnachtsdröhnung geben. Und das in kurzen Hosen.

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But Sir!

Heute war es soweit, heute gabs den ersten Versuch mich solide abzuzocken. Ich laufe am Abend ein bisschen durch die Gegend, ein junger Mann weisst mich darauf hin dass meine Fototasche offen ist. Er bleibt bei mir, fragt dies und das, erzählt dass er grad auf dem Weg in einen Tempel ganz in der Nähe wo eine sehr seltene Zeremonie stattfindet und ausserdem gäb es einen Babyelefanten. Ich denk so bei mir, super, Babyelefanten! da fragt er ob ich nicht mitkommen will. Klar will ich. Wir gehen ein Stück, da sagt er wir müssten uns beeilen, is nich mehr lange offen, wir sollten ein Taxi nehmen. Prompt hält eines dieser solide kontruierten und vertrauenerweckenden dreirädrigen Tuktuks neben uns. Was soll schon passieren denk ich und steige ein. Wir fahren tatsächlich zum Babyelefantentempel, es kostet wie üblich einen saftigen Eintritt fürs Schuhe bewachen, natürlich nur für Touristen. Der Tempel ist vollgestopft mit sehr skurillem Kram, die seltene Zeremonie sind drei Typen die auf Schlangenbeschwörertröten rumtröten. Aber es gibt tatsächlich einen Babyelefanten der sich im stockfinstren Garten mit Grünzeug und Keksen vollstopft. Die Kekse darf ich ihm reichen. Überraschenderweise werde ich nach einer Spende gefragt. Klar doch.

Der Präsident. Er mag Telefone.
Der Präsident. Er mag Telefone.

Ich erfahre noch dass der sehr beliebte Präsident (dessen großformatige Portraits in der Stadt es anzahlmässig locker mit denen der Geliebten Führer in Pjöngjang aufnehmen können) hier jeden Morgen zum beten her kommt und dass der alte Rolls Royce vor der Tür mal von Queen Elisabeth benutzt wurde. Heut fährt damit der Abt damit zum Einkaufen.
Unser Tuktuk steht zufälligerweise noch vor der Tür, es soll zurück zum Strand gehen, beim Einstieg faselt er was von einer Ausstellung die wir gleich um die Ecke ansehen könnten, liegt aufm Weg. Ich sage nix, wir fahren los und sind gleich da, es geht auf einen Hof, überm Eingang steht was von Edelsteinausstellung. Aha, daher weht also der Wind denke ich und tatsächlich versuchen mir zwei Aale ohne großartige Einleitung ein paar blankpolierte Kiesel die gut für alles mögliche sein sollen, anzudrehen. Dankeschön sag ich, stehe auf und gehe, mein freundlicher junger Begleiter folgt mir etwas irritiert schauend, sagt aber nix. Wir fahren weiter, die Richtung stimmt, wenigstens werde ich also nicht in irgendeinem finsteren Vorort ausgesetzt. An der Strandpromenade will ich aussteigen, nach einmal insistieren hält er auch tatsächlich an. Ich frage was es kostet, er sagt 4.500 Rupies. Ich meine mich verhört zu haben und frage noch einmal. 4.500 Rupies. Das ist knapp das doppelte was meine fünfzigminütigen Taxifahrt vom Flughafen in einem klimatisierten Prius gekostet hat, ca. 30 Euro. Ich lache ihn aus, gebe ihm 500 und verabschiede mich. Woraufhin der Typ der mich aufgegabelt hat anfängt mit großen Gesten Scheine an den Fahrer zu reichen und mir nachläuft und jetzt doch wenigstens 1.500 von mir will, er könne das ja schliesslich nicht alles selber zahlen.

Ich lache immer noch und gehe.

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Krank in Kuala Lumpur

Von Kuala Lumpur hatte ich keine rechte Vorstellung, wusste nur dass ich gern mal hin wollte.
Nach einigen Tagen weiss ich jetzt, es ist keine sonderlich hübsche Stadt, sie besteht im wesentlichen aus langweiligen Hochhäusern und sehr sehr vielen großen Malls in denen die gleichen langweiligen Läden sind wie in so ziemlich allen großen Malls auf der Welt. Einen Tag lang bin ich durch die Malls gerannt weil ich dringend eine neue kurze Hose brauchte, meine ist durch ein, äh, Missgeschick unbrauchbar geworden. Nein, nicht so ein Mißgeschick. Ich hatte den Kindle in der Arschtasche und bin in die Hocke gegangen weil ich einen sehr großen Käfer fotografieren wollte. Naja, es gab dieses Geräusch und in Folge einen sehr langen Riß. Hätte sicher irgendjemand flicken können aber mein Vertrauen war dahin.
Jedenfalls, in einer Stadt, in der der durchschnittliche männliche Bewohner etwa so groß ist wie ich zur Einschulung, eine Hose mit Bundweite 38 zu finden (immerhin nicht 42 wie noch zu Beginn der Reise), war sportlich. Zwischendurch sah ich mich schon in einer grauen Gummizughose von Hasi&Mausi. Bei Timberland gab es dann was, ich vermute es handelt sich eigentlich um eine lange Hose für einen sehr kleinen, fetten Mann. Aber immerhin, sie passt und hat nur den Gegenwert von ca. 25 warmen Mahlzeiten in Kuala Lumpur gekostet. Überhaupt, das Essen hier ist wirklich eine Freude. Überall gibt es was, Strassen voller Restaurants, erstaunlich gute Foodcourts in den Malls (für irgendwas müssen die ja gut sein.) und leckeres Streetfood. Malayisch, chinesisch, indisch, thailändisch, so vielfältig wie die Herkunft der Bewohner ist auch das Essen. Und endlich weiss ich auch wie Durian schmeckt, auch Käse- oder Stinkfrucht genannt. Der Geruch ist schon ziemlich krass, man könnte die Frucht auch Stinkerkäsefrucht nennen und so dachte ich, probier ichs zum Einstieg mal mit einem Milchshake. Und es war grauselig. Es schmeckt nach altem, vergammelten Käse, der Geschmack hält sich ewig und kommt auch immer wieder hoch. Den Verzehr der puren Frucht hab ich erstmal zurückgestellt.

Ich hab mir in Burma eine solide Erkältung eingefangen so dass ich einige Zeit im Bett verbracht hab und auch nicht so viel unterwegs war und fotografiert hab wie sonst so. Immerhin für einen sehr netten Abend mit einer Zufallsbekanntschaft und diversen Singapore Slings in einer Skybar gegenüber der Petronas Towers hat die Energie gereicht:-)

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O Seoule mio!

Wir Mitglieder des internationalen Jetsets verbringen die Wochenende ja gern mal in einer anderen Stadt und so bin ich am vergangenen Wochenende fast spontan nach Seoul. Meine Zeit in Tokio war um, das große Gepäck habe ich in der Gepäckaufbewahrung abgegeben und bin in die Stadt geflogen die mich im vergangenen Jahr sehr nachhaltig beeindruckt hat um ein paar sehr nette Menschen zu treffen, ein bisschen durch die Stadt zu laufen und mich mal wieder richtig satt zu essen ohne mich dabei in den finanziellen Ruin zu stürzen.

Hat alles gut geklappt. Es ist ein ziemlich angenehm in eine Stadt zu kommen und das Gefühl zu haben man kennt sich aus, muss nicht fragen um voranzukommen, weiss wo es die guten Sachen zu essen gibt und Leute kennt die sich mit einem verabreden wollen.

Neben Leute treffen und Jajangmyeon essen hatte ich nur noch einen Punkt auf der Liste. Endlich eine Giant Rubberduck sehen. Seit einigen Jahren schickt der holländische Künstler Florentijn Hofman sehr sehr große Gummienten auf Reisen, diese schwimmen dann in Flüssen oder Hafenbecken, zumeist in Asien. Und aktuell in Seoul. Ein bisschen ausserhalb des Zentrums, in einem See. Erwähnte ich dass die Ente sehr sehr groß ist? Sehr. Und gelb. Und beglückend. Man läuft darauf zu, denkt wow, eine große gelbe Gummiente und steht irgendwann davor und hat das Gefühl purer Freude in sich und ist umgeben von Menschen denen es offenbar ähnlich geht.

Fast genauso beglückt fühlte ich mich am nächsten Tag, als ich beim ziellosen Laufen durch die Stadt plötzlich auf einen großen Gebäudekomplex stiess, nämlich das ddp, erbaut von der hochverehrten Zaha Hadid, nach dem phaeno in Wolfsburg, dem maxxi in Rom schon das dritte Gebäude von ihr was ich in diesem Jahr sehen konnte. Eine große, unerwartete Freude.

Es waren sehr intensive drei Tage in Seoul und ich bedauere es fast ein bisschen dass ich nicht doch ein paar Tage mehr dafür eingeplant habe.

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Morgen gehts los.

Morgen geht es los. Ja wirklich. Vor ungefähr vier Jahren hatte ich eine Idee. Mal ein halbes Jahr frei machen, woanders leben, eine Sprache lernen. Also die Dinge die ich nicht gemacht habe wenn alle sie machen, nach der Schule, während des Studiums. Hat mich nicht interessiert. Berlin ist doch auch ganz schön. Und überhaupt, wie soll ich denn das bezahlen?!?

Nach einigen Jahren abhängiger Beschäftigung der Gedanke ob es das nun gewesen ist für die nächsten 32 Jahre. Und die 40 ist auch nicht mehr weit. Bin ich dann alt? Kann ich nicht noch mal was anderes machen? Aber eigentlich mag ich meinen Job. Den aufgeben für ein Wagnis wie die Menschen in dem Auswandererdokus im Krawallfernsehen, mit 2000 Euro in der Tasche eine Strandbar in Thailand oder einen Segway-Verleih in Lilongwe aufmachen? Nicht mein Ding.

Freiheit auf Zeit, ein paar Monate raus, nicht nach drei Wochen den großartigen Ort am anderen Ende der Welt wieder verlassen müssen, ein Sabbatjahr, Sabbatical wie es bei den cool people heisst. Die Idee dem Chef vorgestellt, er guckt ein bisschen irritiert, wovon redet der Mann? Aber dann, wir machen das. Ist ja noch ein bisschen hin, vier Jahre, bevor ich 40 werde. Pläne schmieden, sparen, schon mal Flugverbindungen checken.

Als ich die Idee zum ersten Mal ausgesprochen habe hiess der Plan Buenos Aires, ein halbes Jahr dort leben, Spanisch lernen, Steaks essen, in die Stadt eintauchen. Irgendwann las ich ein Buch, Das große Los von Meike Winnemuth, sie gewinnt bei Jauch ne halbe Million und fährt einfach los, ein Jahr, 12 Städte, jeweils einen Monat. Warum eigentlich nicht denke ich, mir fehlt die halbe Million also sollen es sechs Städte in sechs Monaten sein, die Liste ist schnell erstellt, Shanghai, Tokio, Jerusalem, Addis Abeba, Havanna, Buenos Aires. Die Idee ist gut, allein, bei weiterem Draufrumdenken fallen mir so viele Städte und Orte ein die eigentlich auch besucht werden sollten. Und wollte ich nicht auch schon immer mal nach Korea (Nord)? Im letzten Jahr wächst und reift der Plan für eine solide Weltreise. Orte die ich schon immer mal sehen wollte, wegen der Geschichte, der Architektur, des Essens, weil es Strand, Hängematte, Schirmchendrink gibt. Hier werde ich davon erzählen.

Morgen gehts los. Nach Peking. Um dort kurze Zeit später in den Zug nach Pjöngjang zu steigen. Man bin ick uffjeregt!