But Sir!

  • Der betrügerische Tuktukfahrer.
  • Der Babyelephant.
  • Der Babyelephant und sein Keksdealer.

Heute war es soweit, heute gabs den ersten Versuch mich solide abzuzocken. Ich laufe am Abend ein bisschen durch die Gegend, ein junger Mann weisst mich darauf hin dass meine Fototasche offen ist. Er bleibt bei mir, fragt dies und das, erzählt dass er grad auf dem Weg in einen Tempel ganz in der Nähe wo eine sehr seltene Zeremonie stattfindet und ausserdem gäb es einen Babyelefanten. Ich denk so bei mir, super, Babyelefanten! da fragt er ob ich nicht mitkommen will. Klar will ich. Wir gehen ein Stück, da sagt er wir müssten uns beeilen, is nich mehr lange offen, wir sollten ein Taxi nehmen. Prompt hält eines dieser solide kontruierten und vertrauenerweckenden dreirädrigen Tuktuks neben uns. Was soll schon passieren denk ich und steige ein. Wir fahren tatsächlich zum Babyelefantentempel, es kostet wie üblich einen saftigen Eintritt fürs Schuhe bewachen, natürlich nur für Touristen. Der Tempel ist vollgestopft mit sehr skurillem Kram, die seltene Zeremonie sind drei Typen die auf Schlangenbeschwörertröten rumtröten. Aber es gibt tatsächlich einen Babyelefanten der sich im stockfinstren Garten mit Grünzeug und Keksen vollstopft. Die Kekse darf ich ihm reichen. Überraschenderweise werde ich nach einer Spende gefragt. Klar doch.

Der Präsident. Er mag Telefone.

Der Präsident. Er mag Telefone.

Ich erfahre noch dass der sehr beliebte Präsident (dessen großformatige Portraits in der Stadt es anzahlmässig locker mit denen der Geliebten Führer in Pjöngjang aufnehmen können) hier jeden Morgen zum beten her kommt und dass der alte Rolls Royce vor der Tür mal von Queen Elisabeth benutzt wurde. Heut fährt damit der Abt damit zum Einkaufen.
Unser Tuktuk steht zufälligerweise noch vor der Tür, es soll zurück zum Strand gehen, beim Einstieg faselt er was von einer Ausstellung die wir gleich um die Ecke ansehen könnten, liegt aufm Weg. Ich sage nix, wir fahren los und sind gleich da, es geht auf einen Hof, überm Eingang steht was von Edelsteinausstellung. Aha, daher weht also der Wind denke ich und tatsächlich versuchen mir zwei Aale ohne großartige Einleitung ein paar blankpolierte Kiesel die gut für alles mögliche sein sollen, anzudrehen. Dankeschön sag ich, stehe auf und gehe, mein freundlicher junger Begleiter folgt mir etwas irritiert schauend, sagt aber nix. Wir fahren weiter, die Richtung stimmt, wenigstens werde ich also nicht in irgendeinem finsteren Vorort ausgesetzt. An der Strandpromenade will ich aussteigen, nach einmal insistieren hält er auch tatsächlich an. Ich frage was es kostet, er sagt 4.500 Rupies. Ich meine mich verhört zu haben und frage noch einmal. 4.500 Rupies. Das ist knapp das doppelte was meine fünfzigminütigen Taxifahrt vom Flughafen in einem klimatisierten Prius gekostet hat, ca. 30 Euro. Ich lache ihn aus, gebe ihm 500 und verabschiede mich. Woraufhin der Typ der mich aufgegabelt hat anfängt mit großen Gesten Scheine an den Fahrer zu reichen und mir nachläuft und jetzt doch wenigstens 1.500 von mir will, er könne das ja schliesslich nicht alles selber zahlen.

Ich lache immer noch und gehe.

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